Die Erfahrungen aus dem Projekt Energiepark Haringvliet Zuid will Vattenfall zukünftig auch in Deutschland nutzen. Ab 2020 könnten dort grosse Solar-, Wind- und Hybridkraftwerke ohne jegliche Förderung realisiert werden. ©Bild: Vattenfall

Energiepark Haringvliet Zuid: Vattenfall errichtet erstes Vollhybrid-Kraftwerk für Wind- und Solarenergie mit Speicher

(ee-news.ch) Vattenfall wird sein erstes Vollhybrid-Kraftwerk zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien in der Region Goeree-Overflakkee in der Provinz Süd-Holland rund 50 Kilometer südwestlich von Rotterdam errichten. Das Unternehmen hat jetzt die Investitionsentscheidung für den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage und eines Batteriespeichers am Standort seines Onshore-Windprojekts Haringvliet getroffen.


Die Investitionsentscheidung für den Onshore-Windpark Haringvliet hatte Vattenfall bereits im November 2018 getroffen, hier laufen die Bauvorbereitungen (siehe ee-news.ch vom 15.1.2019 >>) bereits. Sobald die Windturbinen errichtet sind, beginnt der Bau der Solaranlage. Daran anschliessend werden die Batteriecontainer aufgestellt. Das Unternehmen rechnet damit, die komplette Anlage in der zweiten Jahreshälfte 2020 in Betrieb nehmen zu können.

Effizientere Nutzung der Netzinfrastruktur, mehr Flexibilität
Der Energiepark Haringvliet Zuid ist das erste Projekt, bei dem Vattenfall die Energieträger Wind und Sonne zusammen mit einem Speicher kombiniert. Das Vollhybrid-Kraftwerk besteht aus sechs Nordex-Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 22 Megawatt (MW), einer 30 Hektar grossen Freiflächen-Photovoltaikanlage (38 MW, damit zugleich Vattenfalls bisher grösstes Solarprojekt) und einem Batteriespeicher (12 MW). Die BMW-Batterien sind in 12 handelsüblichen Seecontainern untergebracht.

Hybrid-Kraftwerke haben laut Vattenfall einige Vorteile. Die sich gut ergänzenden Erzeugungsprofile von Wind und Solar können die Belastung des Stromnetzes gegenüber einer einzigen Erzeugungstechnologie verringern. Bei Hybrid-Anlagen ist mit weniger ausgeprägten Spitzen zu rechnen sowie mit weniger Zeiten ohne Erzeugung. Das führe zu einer effizienteren Nutzung der Netzinfrastruktur. Darüber hinaus verringerten sich die Kosten für den Netzanschluss im Vergleich zu Stand-alone-Anlagen deutlich. Die Batterie sorge zudem für deutlich mehr Flexibilität der Hybrid-Anlage, indem auch Netzdienstleistungen wie beispielsweise Regelenergie bereitgestellt werden können. Darüber hinaus könne die Batterie helfen, Vorhersageungenauigkeiten bei der Erzeugung von wetterabhängigem erneuerbarem Strom auszugleichen.

Hybrid-Kraftwerke für den Energiestandort Deutschland
Die Erfahrungen aus dem Projekt Energiepark Haringvliet Zuid will Vattenfall zukünftig auch in Deutschland nutzen. So könnten ab 2020 grosse Solar-, Wind- und Hybridkraftwerke ohne jegliche Förderung in Deutschland realisiert werden. Das eröffne auch Perspektiven für die deutschen Kohlereviere. Die Nachnutzung bergbaulicher Flächen biete grosse Potenziale für Photovoltaik und Wind (siehe auch ee-news.ch vom 26.11.2019 >>).

Text: ee-news.ch, Quelle: Vattenfall GmbH

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