Das auf Stufe Reingewinn eine schwarze Null resultierte, ist dem ausserordentlichen Ertrag aus dem Wafering-Verkauf zu verdanken.

Meyer Burger: Schwaches erstes Halbjahr – Zusammenarbeit mit Modulhersteller REC geplant

(ee-news.ch) Meyer Burger verzeichnetet im ersten Halbjahr operativ (EBITDA) rein Verlust von CHF 13.2 Millionen nach noch einem Gewinn von zuvor CHF 29 Millionen. Und unter dem Strich konnte sich Meyer Burger mit CHF 1.8 Millionen knapp in der Gewinnzone halten, was dem ausserordentlichen Ertrag aus dem Wafering-Verkauf zu verdanken ist. Die Thuner planen mit dem Solarmodulhersteller REC eine strategische Partnerschaft.


Meyer Burger ist in der Klemme, das Geschäft läuft schlecht. Mit dem Preisverfall im Standard-Photovoltaik-Geschäft, insbesondere beim derzeitigen Industriestandard PERC (Passivated Emitter Rear Cell), sind die Margen unter Druck geraten.

Umsatzminus von 37%
Das zeigen auch die Zahlen zum ersten Halbjahr, deren Eckwerte das Unternehmen ebenfalls im Juli kommuniziert hat und nun definitive Ergebnisse dazu vorlegt. So ging der Umsatz auf CHF 122.6 Millionen von zuvor CHF 232.2 Millionen deutlich zurück. Bereinigt um den bereits abgestossenen Wafering-Teil betrug das Umsatzminus 37 Prozent.

Wafering-Verkauf verhilft zu schwarzen Zahlen
Operativ (EBITDA) resultierte ein Verlust von CHF 13.2 Millionen nach noch einem Gewinn von zuvor CHF 29 Millionen. Und unter dem Strich konnte sich Meyer Burger mit CHF 1.8 Millionen knapp in der Gewinnzone halten. Das auf Stufe Reingewinn dennoch eine schwarze Null resultierte, ist dem ausserordentlichen Ertrag aus dem Wafering-Verkauf zu verdanken.

Partnerschaft mit REC
Der in der Krise steckende Solarindustriezulieferer Meyer Burger geht neue Wege. Die Thuner planen mit dem Solarmodulhersteller REC eine strategische Partnerschaft. Gemeinsam wollen sie die so genannte Heterojunction-Technologie am Solarmarkt voranbringen. Meyer Burger und REC hätten eine Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit unterschrieben, teilte Meyer Burger am Donnerstag mit. Diese Absichtserklärung stehe in Zusammenhang mit der Ende Juli angekündigten Prüfung aller strategischen Optionen.

REC plane im Rahmen der Partnerschaft mit Meyer Burger, die Modul-Produktionskapazität um mehrere Gigawatt zu erhöhen. Dabei sei der Partner im Gegenzug für einen gewissen Exklusivschutz grundsätzlich bereit, mit Meyer Burger einen Gewinnbeteiligungsplan abzuschliessen. Davon sollen beide Parteien langfristig profitieren, hiess es weiter.

Aktionäre machen Druck
Meyer Burger steht allerdings auch weiter unter dem Druck von Aktionären, die Resultate sehen wollen. Gewichtige Anteilseigner um die Gesellschaft Sentis Capital des russischen Investors Petr Kondrashev halten gemeinsam mehr als 10 Prozent und forderten diese Woche die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung (ee-news.ch 14.8.19 >>) . Dort soll Sentis-Co-Geschäftsführer Mark Kerekes in den Verwaltungsrat gewählt werden. Die Gruppe um Sentis kritisiert insbesondere, dass Meyer Burger im Verlauf des Jahres bei den Investoren viel Vertrauen verloren hat.

©Text: ee-news.ch, Quelle: SDA

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