11. Okt 2019

An 54 von insgesamt 142 Masten sind Bauarbeiten geplant: einzelne Mastfundamente werden verstärkt, Doppelabspannketten eingebaut oder die Seilzugsspannung erhöht. Grafik: Swissgrid

Swissgrid: Beschwerden gegen das Netzprojekt Bassecourt – Mühleberg

(PM) Die Spannungserhöhung der Höchstspannungs-leitung Bassecourt – Mühleberg wird wegen Beschwerden an das Bundesverwaltungs-gericht verzögert. Im Unterwerk Mühleberg schreiten die Installationsarbeiten für einen neuen Transformator von Swissgrid voran. (Texte en français >>)


Das Bundesamt für Energie hat am 22. August 2019 die Spannungserhöhung der Höchstspannungsleitung zwischen Bassecourt und Mühleberg von 220 auf 380 Kilovolt bewilligt und die Einsprachen abgewiesen. Diese haben hauptsächlich die Belastung durch Magnetfelder und Lärm zum Inhalt oder fordern die Verlegung oder Erdverkabelung der Leitungsführung. Der Entscheid des Bundesamts für Energie wurde von verschiedenen Beschwerdeführern an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen. Damit verzögert sich die Spannungserhöhung der Leitung Bassecourt – Mühleberg um voraussichtlich zwei Jahre.

Die Modernisierung der Leitung bedarf Anpassungen einiger der bestehenden Masten und verändert das Landschaftsbild nicht. An 54 von insgesamt 142 Masten sind Bauarbeiten geplant: einzelne Mastfundamente werden verstärkt, Doppelabspannketten eingebaut oder die Seilzugsspannung erhöht.

Stromversorgung im Grossraum Bern gesichert
Die Verstärkung der Leitung Bassecourt – Mühleberg ist Teil des «Strategischen Netzes 2025» von Swissgrid und zusammen mit den weiteren Projekten wichtig für die Versorgungssicherheit der Schweiz. Das «Strategische Netz 2025» orientiert sich an den Energieperspektiven des Bundes und berücksichtigt die Stilllegung des AKW Mühleberg.

Durch die Stilllegung des AKW Mühleberg fällt ab Ende 2019 ein Teil der Schweizer Energieproduktion im Mittelland weg. Diese fehlende Einspeisung muss mittelfristig durch höhere Produktion von Schweizer Kraftwerken oder durch Energieimporte aus dem Ausland kompensiert werden. Um die zusätzlichen Importe zu ermöglichen, müssen die bestehenden Kapazitäten der Höchstspannungsleitungen und Transformatoren zwischen Bassecourt und Mühleberg erweitert werden. Dies ist besonders in den Wintermonaten wichtig, wenn die Schweiz auf zusätzliche Energieimporte angewiesen ist.

Der Grossraum Bern ist bei einer normalen Versorgungslage auch nach der Stilllegung des AKW Mühleberg mit genügend Strom versorgt. Bei kurzfristigen Netzengpässen kann die Netzleitstelle von Swissgrid durch verschiedene Massnahmen wie Schalthandlungen oder Eingriffe in die Stromproduktion (Redispatch) bzw. durch Massnahmen am Strommarkt (NTC-Anpassungen) situativ eingreifen und die Netzstabilität sicherstellen. Um die Versorgungssicherheit mittelfristig zu gewährleisten, benötigt Swissgrid die 380-kV-Verbindung zwischen Bassecourt und Mühleberg.

Neuer Transformator im Unterwerk Mühleberg
Im Unterwerk Mühleberg installiert Swissgrid einen neuen Transformator. In Kombination mit der Spannungserhöhung der Höchstspannungsleitung gewährleistet der Transformator in Mühleberg, dass der importierte Strom auf die 220-kV-Spannungsebene (Versorgungsebene) umgewandelt werden kann. Zu einem früheren Zeitpunkt hat Swissgrid bereits die Freiluftschaltanlage in Mühleberg mit einer gasisolierten Schaltanlage ersetzt.

Die zusätzlichen Transformatorenkapazitäten sind ein wichtiges Element im «Strategischen Netz 2025» von Swissgrid. Dieses sieht zusätzliche Transformatoren in Mühleberg, Laufenburg, Beznau, Chippis, Châtelard und Romanel vor. Der Austausch von Energie mit dem Ausland erfolgt zu rund 90 Prozent über das 380-kV-Netz. Durch die bislang limitierte Transformatorenkapazität sind die Stromimporte nicht in vollem Umfang nutzbar.

Detaillierte Informationen zum Netzprojekt >>

Text: Swissgrid

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