NO2-Konzentration in Bodennähe in Norditalien am 2. Februar, von CAMS beobachtet. Eine Animation über stündliche Veränderungen finden Sie hier. Quelle: ECMWF Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS). Siehe Link an Textende. Bild: Copernicus

Die regionalen Luftqualitätsanalysen von CAMS sind stündlich gerasterte Karten und beziehen ihre Daten von einer Kombination aus Satellitenbeobachtungen. Bodenkonzentration von Stickstoffdioxid seit erstem Januar in der Region Mailand. Bild: Copernicus

Copernicus: Bestätigt Rückgang von Stickstoffdioxidwerten über Norditalien seit Beginn der Quarantänemassnahmen

(PM) Auch wenn die Frage nach verbesserter Luftqualität in Zeiten des Corona-Virus eine eher nebensächliche ist, so zeigen doch Satellitenbeobachtungen dazu deutlich veränderte Werte in Norditalien. Die Bodenkonzentration des Schadstoffs Stickstoffdioxid (NO2) ging in den letzten 4 bis 5 Wochen schrittweise etwa 10 % pro Woche zurück.


Der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst (Copernicus Atmosphere Monitoring Service, CAMS) stellt jeden Tag auf stündlicher Basis Analysen der Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe zur Verfügung. Diese können als „Bodenwahrheit“ (eng. „ground truth“, Informationen über Variablen in Bodennähe, die zur Analyse und Verifikation von Fernerkundungsdaten dienen) genutzt werden, um quantitativ und mit höherer Genauigkeit Veränderungen der Schadstoffkonzentrationen zu bestimmen, die von Satelliten identifiziert werden und auf die Massnahmen im Kampf gegen den Corona-Virus auf der ganzen Welt zurückzuführen sind.

Linear rückläufige Trend
Während in den ersten fünf Wochen kein klarer Trend sichtbar ist, beginnt in Woche 6 ein bis heute anhaltender Rückgang von NO2. Die durchschnittliche NO2-Konzentration im Januar lag bei rund 65 g.m-3, 45 g.m-3 im Februar, und etwa 35 g.m-3 in der ersten Märzhälfte. Dieser linear rückläufige Trend der täglichen Durchschnittswerte seit Woche 6 liegt bei etwa -4 g.m-3 pro Woche. Ähnliche Trends lassen sich auch in anderen norditalienischen Städten feststellen, wie Turin oder Bergamo. Im Osten des Landes sind sogar noch grössere Rückgänge zu beobachten: In Bologna lagen die durchschnittlichen Werte im Januar bei etwa 30 g.m-3 und gingen auf einen Durchschnitt von 15g.m-3 seit Anfang Februar zurück. Venedig verbuchte einen Rückgang von 35 g.m-3 auf 15 g.m-3.

Aussergewöhnlich
„Satelliten messen die Menge an Schadstoffen vertikal unter ihnen stets nur proportional – vom Boden bis zum Rand der Atmosphäre“, erklärt Vincent-Henri Peuch, Director of Copernicus Atmosphere Monitoring Service. „Die Konzentrationswerte in Bodennähe sind daher ganz andere, ganz zu schweigen von den Emissionen. Dass trotz dieser Einschränkungen ein Rückgang festzustellen ist, ist aussergewöhnlich. Und zeigt die Wirkung der Massnahmen in Italien.“

Kurzlebiger Schadstoff
Stickstoffdioxid ist ein sehr kurzlebiger Schadstoff. Einmal ausgestossen, verharrt er meist nicht länger als einen Tag in der Atmosphäre, bevor er sich ablagert oder mit anderen Gasen verbindet. Dadurch bleibt der Schadstoff meist sehr nah an der Stelle, an der er ausgestossen wurde. Die meisten Emissionsquellen sind in Bodennähe zu finden und von Menschen gemacht (Verkehr, Energieproduktion, Heizungen, Industrie, etc.). Der Ausstoss der Quellen variiert im Verlaufe eines Tages, einer Woche und eines Monats stark. Darüber hinaus ist er abhängig von Faktoren wie dem Wetter. Kältephasen beispielsweise erhöhen den Heizungsverbrauch und Energiebedarf.

CAMS beobachtet kontinuierlich die Luftqualität über Europa und weltweit. Er stellt seine Daten führenden Webseiten und Smartphone Apps wie Windy, The Weather Channel, Breezometer oder Plume Labs zur Verfügung.

Text: Copernicus

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