Die Analysten von Wood Mackenzie haben im jüngsten Global Supply Quarterly Report Q2 2020 ihre Prognose für die Solarnachfrage in Europa in diesem Jahr um rund 19% gesenkt. Bild: QCells

Q Cells: Solarmärkte trotz der Corona-Krise robust - 3.8 GW an verlorener Nachfrage 2020

(PM) Während die Massnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Infektionsraten in ganz Europa schrittweise verringert werden, konstatiert Q Cells, dass viele führende europäische Märkte in der ersten, akuten Phase der Pandemie eine ermutigende Widerstandsfähigkeit und Robustheit aufweisen. Das lässt  darauf hoffen, dass die Solarmärkte in Europa schon wesentlich früher als zunächst befürchtet wieder zur altbekannter Stärke zurückkehren könnten.


Angesichts der COVID-19-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen für das öffentliche Leben und die Wirtschaft, scheint eine gesamteuropäische Rezession unvermeidlich. Einige Industriezweige haben sich jedoch gegenüber den bisher beispiellosen Herausforderungen als besonders robust und widerstandsfähig erwiesen. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die volumenmässig grössten Solarmärkte Europas bereits wieder erholen und die Geschäftstätigkeit wieder Fahrt aufnimmt. 

3.8 GW an verlorener Nachfrage
Die Analysten von Wood Mackenzie haben im jüngsten Global Supply Quarterly Report Q2 2020 ihre Prognose für die Solarnachfrage in Europa in diesem Jahr um rund 19% gesenkt. Die Installationen für 2020 sollen nun 16 GW erreichen. Diese Prognose bedeutet, dass die Auswirkungen des Coronavirus auf etwa 3.8 GW an verlorener Nachfrage geschätzt werden. Auch wenn dies keinen Anlass zum Jubeln gibt, dürfte der durch das Coronavirus verursachte Schaden im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen in der Solarindustrie relativ gering ausfallen und nur von vorübergehender Dauer sein. Bereits für das Jahr 2021 kann somit wieder mit einem deutlichen Wachstum gerechnet werden.

Italien wieder positiv
In Italien, dem mit am stärksten von der Pandemie betroffenen Land in Europa, ist die Stimmung im Solarsektor bereits wieder positiv. Dies ist nicht allein auf die Lockerung der Beschränkungen zurückzuführen. Tatsächlich blieb die Nachfrage auch während der letzten Monate insgesamt stark; das gilt insbesondere für die Bereiche der Solarkraftwerke sowie der Solaranlagen für Industrie und Gewerbe. Die Installationsvolumina sind in dieser Zeit natürlich wie in allen Märkten zurückgegangen, aber Marco Dona, Vertriebsleiter Italien bei Q Cells, ist sich sicher, dass es schon bald einen grossen Nachfrageschub für grosse Solaranlagen geben wird, sobald die Beschränkungen in Italien aufgehoben werden.

Grossbritannien Ansturm im Spätsommer
In Grossbritannien, einem weiteren von der Pandemie schwer getroffenen Land, ist die Botschaft ähnlich: Der Rückschlag ist vorübergehend, und die Entschlossenheit der Marktteilnehmer, verlorene Zeit und entgangene Geschäfte wieder aufzuholen, ist überall sichtbar. Sean Collier, Vertriebsleiter für Grossbritannien, Irland und Skandinavien bei Q Cells, betont, dass mit der allmählichen Lockerung der Beschränkungen zeitlich verschobene Aufträge nun zügig abgearbeitet werden und im Spätsommer mit einem  Ansturm von Installationen zu rechnen sein wird. "Meiner Meinung nach bleiben wir im Jahr 2020 auf Kurs. Es wird sicherlich ein positives Jahr für die britische Solarindustrie werden", sagte Collier.

Schweden ab Juli Business-as-usual
In Skandinavien hat Schwedens Solarbranche ein starkes erstes Quartal gesehen, jedoch werden die Auswirkungen von COVID-19 dazu führen, dass die Installationsprognosen für Mai und Juni nach unten korrigiert werden müssen, wobei für Juli wieder ein normales Geschäftsniveau erwartet wird, insofern die aktuellen Bestimmungen der Regierung beibehalten werden. 

Die Situation ist auch in Polen positiv, wo eine schwere durch COVID-19 bedingte Krise offenbar weitgehend vermieden werden konnte. Eine Rückkehr zum „Business-as-usual“ scheint damit nicht mehr allzu weit entfernt zu sein. Die Nachfrage nach Solarprodukten nimmt hier landesweit und insbesondere im Segment der privaten Aufdachanlagen dank regionaler und zentraler Fördermassnahmen des Staates kontinuierlich zu.

Niederlande 35% Einbruch
In den Niederlanden ergab eine Umfrage von Dutch New Energy (DNE) Research, dass mehr als 40% der Hersteller und Grosshändler und 70 % der Installateure ab März einen Rückgang der Marktnachfrage verzeichneten. Bis Juni wird dem Bericht zufolge mit einem Rückgang der Installationen um 35 % gerechnet, der hauptsächlich auf Lieferprobleme bei den Komponenten zurückzuführen ist. Diese Verzögerungen könnten jene Projekte gefährden, die innerhalb eines festgelegten zeitlichen Rahmens abgeschlossen werden müssen, um die SDE+-Fördervorschriften des Landes zu erfüllen. Maarten Ribbens, Verkaufsleiter für die Benelux-Länder bei Q Cells, ist hat jedoch die Hoffnung, dass die SDE+-Frist verlängert wird, damit diese Projekte noch für eine Subventionierung in Frage kommen.

Frankreich noch ungewiss
Am 11. Mai wurden die Lockdown-Massnahmen in Frankreich gelockert, so dass Installateure von Solaranlagen im ganzen Land ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten. Die Rückkehr hin zu einem normalen Arbeitsrhythmus, so Stephan Maurel, Leiter des Vertriebs in Frankreich, könnte jedoch aufgrund kurzfristiger Lieferschwierigkeiten bei Modulen, Komponenten und sogar bei Atemschutzmasken für die Installateure noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Deutschland '52-GW-Deckel'grösste Gefahr
In Deutschland waren die Monate März und April aus Sicht des Vertriebs ungebrochen stark. Sven Stoffers, Vertriebsleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Q Cells, bestätigt, dass die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bisher erstaunlich gering waren. "Die gute Vorarbeit der Installateure sowie die reibungslose Zusammenarbeit mit den Lieferanten in den ersten beiden Monaten des Jahres haben den Solarmarkt in Deutschland in die Lage versetzt, die Pandemie bisher ohne nennenswerte Schäden zu überstehen. Es ist möglich, dass wir später im Jahr aufgrund vorsichtigerer Investitionsentscheidungen der Endkunden Auswirkungen sehen werden; bis jetzt ist es aber so, dass der deutsche Markt nahezu unberührt geblieben ist", sagte Stoffers. Eine grössere Bedrohung und Herausforderung für das deutsche Marktwachstum ist aber sicherlich der '52-GW-Deckel' für Solaranlagen. Es wird erwartet, dass die kumulierte Kapazität Deutschlands an installierten Solaranlagen diesen Wert im Sommer überschreiten wird. Danach wird die Regierung nach dem derzeitigen Stand der Politik alle Anreize für die Installation weiterer Anlagen
Solide und sichere Investitionen in Spanien
Auch auf der iberischen Halbinsel lässt sich ein positives Bild beobachten, wo die Solarmärkte Spaniens und Portugals mit bisher nur minimalen Störungen gut durch die Krisenzeit gekommen sind. "Der Bau von Solaranlagen wurde während der Zeit um Ostern für etwa 15 Tage eingestellt", verriet Eduardo de la Hera, bei Q Cells verantwortlich für den Vertrieb in Spanien und Portugal. "Aufgrund der allgemein geringeren Nachfrage nach Elektrizität sind die Strompreise zwar gesunken, aber sie werden bald wieder das alte Niveau erreichen. Gleichzeitig läuft die Finanzierung von Solarprojekten weiterhin gut. Immer mehr Investoren betrachten solche Projekte als solide und sichere Investition. Im Segment der privaten Aufdachanlagen haben nicht einmal die während der Abschottung verhängten Beschränkungen das Wachstum der Solarenergie auf Spaniens Dächern dämpfen können. Noch besser ist die Situation in Portugal, wo die die Bautätigkeit dank wesentlich geringerer Einschränkungen unvermindert anhält", fügte de la Hera hinzu.

„Yes we can“-Haltung
Maengyoon Kim, Leiter des EU-Vertriebs von Q Cells, sagte: "Wir haben insgesamt ein enormes Engagement und eine „Yes we can“-Haltung innerhalb der Solarindustrie erlebt, sogar während der kritischsten Phase der Lockdown-Massnahmen. Als Q Cells haben wir unseren Teil dazu beigetragen, den Markt während dieser ersten Phase der Pandemie zuverlässig mit hochmodernen Solarenergielösungen zu versorgen. Da auf dem ganzen Kontinent eine vorsichtige Lockerung der Beschränkungen zu erkennen ist, sehen wir in der Branche ein starkes Bestreben, die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Dies erkennen wir unter anderem daran, dass sich die Installationsraten zwar offensichtlich verlangsamt haben, das Auftragsvolumen und die allgemeine Geschäftstätigkeit jedoch durchweg auf einem hohen Niveau geblieben sind.“

Text: Q Cells

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