SES-Projektleiterin Tonja Iten: «Es braucht mehr Anreize, die Homeoffice und andere nachhaltige Phänomene aus der Coronazeit auch über die Pandemie hinaus interessant machen.»

Energieverbrauch: Lehren aus derCoronakrise

(SES) Mit den Coronafallzahlen steigt die Anzahl derjenigen, die wieder vom Büro ins Homeoffice wechseln. Der Einbruch des Pendelverkehrs ist einer von verschiedenen Energieeinspar-Effekten, ausgelöst durch die Massnahmen im Zusammenhang mit Covid-19. Eine neue Studie des Forschungsbüros Rütter Soceco, herausgegeben von der Schweizerischen Energie-Stiftung SES, diskutiert Effizienzpotenziale, die auch in Post-Corona-Zeiten genutzt werden könnten.


Tatsächlich führten die – wenn auch unfreiwilligen – gesellschaftlichen Verhaltensänderungen in Zeiten der Coronakrise zu einer Senkung von Umweltbelastung, Energieverbrauch und Emissionen. Die Studie «Anreize für Energiesuffizienz: Learnings aus der Coronakrise» zeigt energetische Effekte von Covid-19 auf und wie es gelingen kann, die positiven Veränderungen auch nach der Coronakrise beizubehalten. Potenzial ist insbesondere im Bereich Homeoffice auszumachen: weniger Pendelverkehr, weniger Energiebedarf in den Bürogebäuden. Gleichzeitig stösst dieses Konzept bei ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen auf grosses Interesse. Ein anderer Bereich betrifft die Verkehrsmittelwahl und die (Wieder)Entdeckung des Velos.

Klima schützen heisst Energieverbrauch senken
Es gilt die Binsenwahrheit: Die günstigste Kilowattstunde ist die eingesparte. Was für den Energieverbrauch recht ist, ist für den Klimaschutz billig. Wenn es darum geht, die Dekarbonisierung im Energiesektor – der 80 % der inländischen Treibhausgase verursacht – rasch voranzutreiben, müssen Einsparpotenziale besser als bisher identifiziert und aktiviert werden. Doch weder in Politik, Wirtschaft noch Gesellschaft ist der Ruf nach Weniger besonders populär – auch wenn dies eigentlich die simpelste Klimaschutzmassnahme darstellt. Konkrete Massnahmen für eine Reduktion, im Fachjargon «Energiesuffizienz», sind bisher Mangelware.

Wie hat’s die Politik mit der Energiesuffizienz?
Die Coronakrise hat nun gezeigt, dass es durchaus Bereiche gibt, in denen energiesuffizientes Verhalten einfach umzusetzen ist - im Falle von Homeoffice sogar ohne Widerstand vonseiten der Betroffenen. Die Studie zeigt aber auch, dass die Schweiz Aufholbedarf hat, wenn es um die politischen Rahmenbedingungen für Heimarbeitende geht. Diese sind im internationalen Vergleich eher schwach. «Es braucht mehr Anreize, die Homeoffice und andere nachhaltige Phänomene aus der Coronazeit auch über die Pandemie hinaus interessant machen», so SES-Projektleiterin Tonja Iten. In der Politik scheint das Interesse zumindest vorhanden, wie einige aktuelle parlamentarische Vorstösse belegen.

Studie: Anreize für Energiesuffizienz – Learnings aus der Coronakrise >>

Text: Schweizerische Energie-Stiftung SES

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1 Kommentare

Max Blatter

"Ein anderer Bereich betrifft die Verkehrsmittelwahl": Genau da habe ich meine Zweifel, ob die Corona-Krise wirklich eine nachhaltige Verbesserung ausgelöst hat oder nicht sogar kontraproduktiv war! Benutzten nicht viele Pendler und Pendlerinnen nach der Aufhebung des Home-Office-Zwangs das eigene Auto, weil sie die (tatsächliche oder vermeintliche) Ansteckungsgefahr im Ö.V. fürchteten?

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