Bloss 7% des Anlagevolumens stammt von Pensionskassen, die ihre Ziele auf das Pariser Klimaabkommen ausrichten, wie die Klima-Allianz im November 2020 in einem Klima-Rating aufzeigte. Bild: Klima-Allianz

Klima-Allianz Schweiz: Pensionskassen auf fossilem Crashkurs - Klimabedingt droht Rentenverlust bis zu 32 %

(PM) Die grosse Mehrheit der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen investiert in CO2-intensive Unternehmen. Damit setzt sie die Renten der erwerbstätigen Generation aufs Spiel. Eine neue Studie der Klima-Allianz zeigt auf, dass die Renten der Pensionskassen mit einem hohen Anteil an klimariskanten Aktien und Obligationen innert 15 Jahren bis zu 32% einbrechen könnten. (Texte en français >>)


Pensionskassen gehen grosse finanzielle Risiken ein, wenn sie das Geld ihrer Versicherten in Unternehmen anlegen, die nicht nachhaltig wirtschaften. Extreme Wettereignisse wie Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren könnten in Zukunft sehr grosse Vermögenswerte vernichten. Spielt das Klima einmal verrückt, werden die Staaten zudem gezwungen sein, einschneidende Vorschriften zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen einzuführen (ähnlich, wie auch in der Covid-Pandemie auf einmal Notmassnahmen gelten). Darauf könnten Investitionen in CO2-intensive Unternehmen abrupt an Wert verlieren.

Erstmals in der Schweiz beziffert eine Studie der Klima-Allianz das finanzielle Klimarisiko für die Gesamtheit der Vorsorgeeinrichtungen – Pensionskassen, Versicherungen mit betrieblicher Vorsorge, AHV-Ausgleichsfonds und Suva.

Minus 15% in 10 Jahren
Demnach könnte das für die Altersvorsorge angelegte Vermögen für durchschnittlich anlegende Pensionskassen – rein klimabedingt – bis in 15 Jahren um 10% schmelzen. Bei Kassen, die stark in klimariskante Aktien und Obligationen anlegen, könnte es mit einem Wertverlust von 18% gar zu einem Kollaps kommen. Unter der Annahme, dass die laufenden Renten nicht gekürzt werden, würden die heute unter 50-Jährigen bei der Pensionierung (ab dem Jahr 2035) zwischen 18% und 32% weniger Rente erhalten als geplant. Wollen die Vorsorgeverantwortlichen ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht erfüllen, müssen sie die Klimarisiken einbeziehen. Sonst können sie unter Umständen sogar angeklagt werden.

Heute schon bessere Erträge als bei konventioneller Anlage
Den Pensionskassen bleibt aber ein Ausweg: Ändern sie ihre Anlagestrategie und bevorzugen nachhaltige Unternehmen, helfen sie mit, das Klimarisiko für die Menschheit zu entschärfen. «Nachhaltige Pioniere unter den Vorsorgeeinrichtungen beherrschen das finanzielle Klimarisiko und erzielen heute schon bessere Erträge als bei konventioneller Anlage», hält Sandro Leuenberger fest. Er ist der Autor der Studie und bei der Klima-Allianz für das Thema Finanzplatz zuständig.

Nur 7% von Anlagevolumen klimafreundlich
Doch werden in der Schweiz nach wie vor 93% des Vorsorgekapitals durch Institutionen angelegt, die Klimarisiken weitgehend ignorieren. Bloss 7% des Anlagevolumens stammt von Pensionskassen, die ihre Ziele auf das Pariser Klimaabkommen ausrichten, wie die Klima-Allianz im November 2020 in einem Klima-Rating aufzeigte.

Wissenschaftlich anerkannten Untersuchungsansatz der G20
Die Studie der Klima-Allianz stützt sich auf den aktuell besten, wissenschaftlich anerkannten Untersuchungsansatz der G20, der führenden Industriestaaten der Welt. Die Daten für die Studie erhielt die Klima-Allianz vom Schweizerischen Finanztech-Unternehmen Carbon Delta, das heute zur renommierten internationalen Gruppe MSCI ESG Research gehört. Der Ansatz der Klima-Allianz berücksichtigt die Tatsache, dass die Weltwirtschaft von Wertschöpfungsketten abhängig ist, deren Unternehmen auf jeder Stufe Treibhausgase ausstossen.

Studie: Pensionskassen auf fossilem Crashkurs - Klimabedingt droht Rentenverlust bis zu 32% >>

Text: Klima Allianz

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1 Kommentare

Peter Metzinger

Die Pensionskassen halten das für völlig unrealistisch: https://www.asip.ch/de/newsroom/socialnewsroom/post/136

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