Deutschland ist weiterhin europäischer Spitzenreiter im Bereich Photovoltaik und Batteriespeichersysteme für Privathaushalte. Mit deutlichem Abstand folgen in der Top-5 Italien, Grossbritannien, Österreich und die Schweiz. Bild: ees Europe

EES Europe Trendpapier: 5 Staaten treiben das Wachstum des Speichermarkts in Europa

(Anzeige) Man braucht keine prophetischen Fähigkeiten, um vorherzusagen, dass die Strompreise für Privathaushalte auch in den kommenden Jahren steigen werden – und das europaweit. Gleichzeitig sinken die Gestehungskosten für Solarstrom sowohl direkt vom Dach als auch aus dem eigenen Stromspeicher immer weiter. Bereits heute erreichen die besten Solar- und Speichersysteme in Deutschland nach einer aktuellen Studie des Branchenverbands SolarPower Europe Stromgestehungskosten von nur noch 12.2 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh). Die Attraktivität von Solarstrom wächst damit zunehmend auf dem europäischen Markt und darüber hinaus. Dahingegen zahlen Privathaushalte für Strom aus dem Netz hierzulande rund das Dreifache. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW Solar) sind im vergangenen Jahr mehr als 140‘000 neue Batteriesysteme in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen in Deutschland installiert worden. Ein weiteres Marktwachstum ist auch für dieses Jahr zu erwarten – ein Grund dafür ist der Ukraine-Krieg.


Unter diesen Rahmenbedingungen ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl und Speicherkapazität der neu installierten Systeme in den vergangenen fünf Jahren enorm gestiegen sind. Das belegen auch aktuelle Zahlen von EUPD Research und dem Bundesverband Solarwirtschaft. Danach wurden trotz der schwierigen Covid-19-Bedingungen im ersten Halbjahr 2021 in Deutschland rund 73‘000 Batterie-Systeme in Eigenheimen installiert. Das sind 59 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Als wichtiger Wachstumsfaktor gilt dabei die wachsende Grösse der installierten Leistung der Photovoltaik-Anlagen: Insbesondere für die Anlagensegmente von 10 bis 15 Kilowatt (kW) sowie von 15 bis 20 kW ist seit der EEG-Novelle zum Jahresbeginn 2021 ein rasantes Wachstum zu beobachten – und die Anzahl der installierten Speichersysteme wuchs parallel mit.

Vier deutsche Unternehmen
Auf Seiten der Hersteller dominieren vier Unternehmen den Speichermarkt in Deutschland: Die Marken sonnen, BYD, E3/DC und senec teilen sich drei Viertel des heimischen Speichermarktes. Alle weiteren Anbieter von Speichersystemen erreichen zurzeit Marktanteile von weniger als zehn Prozent.

Der europäische Heimspeichermarkt auf Wachstumskurs
Wie ist dieses starke Marktwachstum in Deutschland nun im europäischen Kontext einzuordnen? Antwort auf diese Frage gibt der „European Market Outlook For Residential Battery Storage 2021–2025“ von SolarPower Europe, der im November 2021 veröffentlich wurde. Danach stieg die neu installierte Kapazität von Stromspeichern in Privathäusern im Jahr 2020 um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Obwohl das Marktumfeld aufgrund der COVID-19-Krise Herausforderungen mit sich brachte, übertraf der europäische Speichermarkt 2020 mit rund 140‘000 installierten Systemen erstmalig mehr als 100‘000 installierte Batterieeinheiten. Das macht insgesamt 413‘000 installierte Heimspeicher für den deutschen Markt. Gleichzeitig erreichte die Marktgrösse mit insgesamt 1072 Megawattstunden (MWh) neu installierter Speicherkapazität in einem einzigen Jahr zum ersten Mal die bedeutsame Schwelle zur Gigawattstunden-Dimension. Dem Verband zufolge ist unter anderem aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise auch in diesem Jahr ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach privaten Photovoltaik-Anlagen und Heimspeichern zu erwarten. Verbraucher sehen darin die Möglichkeit, sich gegen steigende Stromkosten und Versorgungsengpässen langfristig abzusichern.

Spiegeln die zuvor genannten Zahlen schon ein erfolgreiches Jahr für die Hersteller von Speichersystemen wider, so ist das Wachstum der kumulierten installierten Speicherkapazität noch ausgeprägter. Die Stromspeicher-Kapazität in Privathaushalten ist von weniger als 2 Gigawattstunden (GWh) im Jahr 2019 auf über 3 GWh im Jahr 2020 gestiegen – das entspricht einem Anstieg von 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die gesamte Speicherkapazität hat sich damit im Vergleich zu 2015 verzehnfacht.

Die Top-5-Heimspeichermärkte in Europa
Im Ländervergleich ist Deutschland weiterhin europäischer Spitzenreiter im Bereich der Photovoltaik und der Batteriespeichersysteme für Privathaushalte. Mit rund 70 Prozent der im gesamten europäischen Markt für Heimspeicher installierten Kapazität kann die Bedeutung des deutschen Marktes kaum unterschätzt werden, wie die Installationszahlen für das Jahr 2020 zeigen. Danach stieg die neu installierte Speicherkapazität in Deutschland im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 51 Prozent auf 749 MWh an. Mit deutlichem Abstand folgen in der Top-5 der europäischen Heimspeichermärkte Italien, Grossbritannien, Österreich und die Schweiz. Zusammengenommen stehen diese fünf Staaten für 93 Prozent der gesamten europäischen Heimspeicher-Installationen.

In Italien führte die Einführung des „Superbonus 110 %“ (eines Steuerrabatts in Höhe von 110 Prozent der Kosten einer energetischen Gebäudesanierungen für Wohngebäude – und somit auch die Installation eines Solar- und Speichersystems) sowie weitere, bereits bestehende Förderprogramme laut Solarpower Europe im Jahr 2020 zu einem Marktwachstum von 44 Prozent (94 MWh).

In Grossbritannien lag das Marktwachstum 2020 bei 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 11‘000 Speichersysteme (81 MWh) wurden im Vereinigten Königreich neu installiert. Hier macht sich weiterhin die drastische Reduzierung und letztliche Aussetzung des Einspeisetarifes für Solarstrom im Residential-Bereich bemerkbar, die zu einer immer noch vergleichsweise niedrigen Anzahl von häuslichen Photovoltaik-Anlagen geführt hat und nun ein stärkeres Wachstum des Speichermarktes
bremst.

In Österreich betrug das Marktwachstum 2020 rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. 6000 Speichersysteme (41 MWh) wurden neu installiert. Auch die Schweiz hat rasante Entwicklungen zurückgelegt – der Speichermarkt ist dortzulande im Jahr 2020 um 39 Prozent (18 MWh) gewachsen. In beiden Ländern wurden entsprechende staatliche Anreizsysteme etabliert und unterstützende politische Rahmenbedingungen geschaffen.

Weiterer Preisrückgang und steigende Installationszahlen
Für die nächsten Jahre prognostizieren Analysten eine Fortsetzung des Preisrückgangs. Bis 2030 wird sich danach der Preis für Lithium-Ionen-Batteriepacks mehr als halbieren. Dagegen werden die aktuell steigenden Preise für Photovoltaikanlagen und Batterie-Heimspeicher als eine vorübergehende Erscheinung eingestuft. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 wird sich die Situation laut Solarpower Europe durch Anpassung der Lieferketten wieder entspannen und das Marktwachstum weiter Fahrt aufnehmen. Inwieweit der Ukraine-Krieg Auswirkungen auf die Erholung der Lieferketten hat, bleibt zunächst abzuwarten. Demnach verspricht das Jahr 2022, eine spannende Zeit für Zulieferer und Hersteller von Batteriespeichern, Installateure sowie Nutzer von Photovoltaik- und Stromspeichersystemen zu werden.

Branchentreffpunkt: ees Europe 2022 und begleitende Fachkonferenzen
Einen Überblick über Trends und Technik, Märkte und Marktteilnehmer gibt die ees Europe, die vom 11. bis 13. Mai 2022 auf der Messe München im Rahmen von The smarter E Europe stattfindet. Als Europas grösste und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme widmet sich auch die ees Europe 2022 sowie die begleitende ees Europe Konferenz dem spannenden Bereich des Speichermarktes für Eigenheime, Gewerbe- und Industriebetriebe. Die ees Europe Konferenz startet einen Tag vor Messestart und findet vom 10. bis 11. Mai im Internationalen Congress Center
München (ICM) statt.

Aussteller ees Europe 2022
>>
sonnen GmbH, B1.130

>> SENEC GmbH, B1.310

>> BYD Battery Box by EFT-Systems GmbH, B1.420, B1.520

>> E3/DC (HagerEnergy), B1.240

>> LG Energy Solution, B1.410

>> Alpha ESS, B1.150

>> Varta Storage GmbH, B1.210

>> RCT Power GmbH, B1.220

ees Europe Conference 2022:
>>10. Mai 2022 11.30 – 13.00 Uhr in Raum 11: Residential Solar+Storage Aggregation for Gridservices (Joint Session EM-Power und Intersolar)

>>10. Mai 2022 von 14:30 – 16:00 Uhr in Raum 13 B: Quo Vadis:Electrical Energy Storage for Residential PV Systems (JointSession mit Intersolar Europe)

>>11. Mai 2022 von 14:00 – 15:30 Uhr in Raum 13 B: Potential Gamechangers: Innovation in Battery Technologies

Weitere Informationen:

>> www.ees-europe.com >>

>>www.TheSmarterE.de >>

Text: ees Europe

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