Das Projekt soll zeigen, wie Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in der Chemieindustrie in Einklang gebracht werden könnten. Eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand für den Bau des Windparks wäre nicht erforderlich. ©Bild: Rwe

Basf und Rwe: Planen förderfreien 2-GW-Windpark in der Nordsee, um Chemiestandort Ludwigshafen zu dekarbonisieren

(ee-news.ch) Basf und Rwe haben am 21. Mai im Beisein des Vorsitzenden der Gewerkschaft IG BCE eine Projektidee vorgestellt, die zeigt, wie industrielle Produktion nachhaltig und zukunftsfähig werden könnte. Ein zusätzlicher Offshore-Windpark mit einer Leistung von 2 Gigawatt (GW) soll den Chemiestandort Ludwigshafen mit grünem Strom versorgen und zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff dienen. Ziel ist, Produktionsprozesse von Basis-Chemikalien, die bisher auf fossilen Energieträgern basieren, zu elektrifizieren.


Dabei sollen CO2-freie Technologien wie zum Beispiel elektrisch beheizte Steamcrackeröfen zur Herstellung von Petro-Chemikalien zum Einsatz kommen, an deren Entwicklung Basf bereits mit Partnern arbeitet. Um das gemeinsame Vorhaben voranzutreiben, haben die Vorstandsvorsitzenden von Basf und Rwe eine Absichtserklärung über eine weitreichende Kooperation für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für erneuerbaren Strom und zur Nutzung innovativer Technologien für den Klimaschutz unterzeichnet.

Keine Förderung erforderlich
Mit dem Vorhaben könnten laut Angaben der Partner etwa 3.8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden, bis zu 2.8 Millionen Tonnen davon direkt bei Basf in Ludwigshafen. Mit dem Projekt wollen sie konkret zeigen, wie Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in der Chemieindustrie in Einklang gebracht werden könnten. Eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand für den Bau des Windparks wäre nicht erforderlich. Einen neuen Offshore-Windpark schon bei der Planung an einen industriellen Abnehmer wie Basf zu koppeln, der auf dieser Basis seine Produktion auf grünen Strom und Wasserstoff umstellen will, wäre für Deutschland ein Novum, so Markus Krebber, CEO von Rwe. Bezüglich der Realisierung seien allerdings noch einige Fragen offen

Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens ist ein entsprechender Regulierungsrahmen. Die Politik hat angekündigt, die Ausbauziele für erneuerbare Energien in Deutschland deutlich anzuheben und den Zubau zu beschleunigen. Dafür müssten Flächen für Offshore-Projekte ausgeschrieben werden, deren Nutzung nach heutiger Planung erst nach 2030 vorgesehen ist. Die Unternehmen regen an, diese Flächen gezielt für Ausschreibungen zu nutzen, die auf industrielle Transformationsprozesse fokussieren. Zudem sollte der grüne Strom von der EEG-Umlage entlastet werden. Auch fehlt derzeit noch der regulatorische Rahmen für die CO2-freie Wasserstoffproduktion.

Text: ee-news.ch, Quelle: Rwe

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