Der 448-MW-Offshore-Windpark Calvados wird aus 64 Windturbinen bestehen, die sich mehr als 10 km vor der Küste von Bessin befinden und eine Gesamtfläche von etwa 45 km² einnehmen. ©Bild: Parc éolien en mer du Calvados

EDF Renewables, Enbridge und Wpd: Starten Bau des französischen 448-MW-Offshore-Windparks Calvados

(PM) EDF Renewables, eine Tochtergesellschaft der EDF-Gruppe, EIH S.à.r.l, eine Tochtergesellschaft des nordamerikanischen Energieinfrastruktur-Unternehmen Enbridge und Wpd beginnen mit den Bauarbeiten für den Offshore-Windpark Calvados (Courseulles-sur-Mer). Diese Ankündigung folgte auf die Finalisierung der Finanzierungsvereinbarungen zwischen dem Konsortium und seinen Finanzpartnern. (Article en français >>)


Das 448-MW-Offshore-Windprojekt Calvados besteht aus 64 Windturbinen, die sich mehr als 10 km vor der Küste von Bessin befinden und eine Gesamtfläche von etwa 45 km² einnehmen. Nach der für 2024 geplanten Inbetriebnahme wird es das Äquivalent des jährlichen Stromverbrauchs von 630‘000 Menschen erzeugen, was mehr als 90 % der Bevölkerung des französischen Departements Calvados entspricht. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf etwa 2 Milliarden Euro beziffert. Der Grossteil davon wird durch Fremdkapitallinien einer Projektfinanzierung gedeckt. Der Offshore-Windpark Calvados verfügt über einen auf 20 Jahre angelegten Stromabnahmevertrag (PPA), der von der französischen Regierung im Juni 2018 erteilt wurde.

Turbinenproduktion in Le Havre
Das auf dreieinhalb Jahre Bauzeit angelegte Projekt soll über 1000 direkte Arbeitsplätze in der Normandie schaffen und zur Entwicklung der französischen Offshore-Windindustrie beitragen. Die Windturbinen des Projekts werden in Le Havre im Werk Quai Joannes Couvert von Siemens Gamesa Renewable Energy hergestellt, das sich derzeit im Bau befindet. Nach der für die erste Hälfte des Jahres 2022 geplanten Inbetriebnahme des Werks sollen insgesamt 750 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Werk soll auch die 71 Windturbinen für den Offshore-Windpark Fécamp herstellen, der an das gleiche Konsortium vergeben wurde und dessen Bau im Juni 2020 begann (siehe ee-news.ch vom 9.6.2020 >>). Die Windturbinen sollen im Hafen von Le Havre montiert und dann zum Installationsort verschifft werden. Der Beginn der Offshore-Bauarbeiten ist für 2022 geplant. RTE, das als Übertragungsnetzbetreiber für den Anschluss des Windparks vom Offshore-Umspannwerk an das Stromnetz der Normandie verantwortlich ist, wird im März 2021 mit den Arbeiten an Land beginnen. Während der Nutzungsdauer werden durch die Wartung des Windparks lokal etwa 100 nachhaltige Arbeitsplätze im Hafen von Caen-Ouistreham geschaffen.

Das Konsortium hat nun die wichtigsten Lieferverträge mit den Anbietern unterzeichnet, darunter:

Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) für die 64 7-MW-Windturbinen;

Saipem für die Monopile-Fundamente;

Prysmian Group für die Unterwasserkabel, die die Windturbinen mit dem Offshore-Umspannwerk verbinden;

Chantiers de l’Atlantique sowie GE Grid Solutions und SDI für das Offshore-Umspannwerk.

Beteiligung der Akteure
Das Projekt stützt sich auf einen breit angelegten Prozess der Beteilung von Trägern öffentlicher Belange, der über einen Zeitraum von 10 Jahren mit lokalen Interessenvertretern (Regierungsstellen, gewählte Vertreter in der Region Normandie, Küstengemeinden, Anwohnerverbände) geführt worden ist. Umweltstudien wurden von spezialisierten Ingenieurbüros in Zusammenarbeit in Kooperation mit den örtlichen Natur- und Umweltschutzverbänden durchgeführt. Auch mit der Fischerei-Industrie wurde ein enger und kontinuierlicher Dialog geführt, um die Koexistenz der verschiedenen maritimen Nutzer, insbesondere der Muschelfischer, zu gewährleisten. Da das Projekt in der Nähe der D-Day-Landungsstrände liegt, wurde auch eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Onac-Vg (Nationales Büro für Kriegsveteranen und -opfer) und der Universität Caen gegründet.

Projektpartner mit Erfahrung
Alle Projektpartner verfügen über grosse Erfahrung mit Offshore-Windparks und bei der Umsetzung von industriellen Grossprojekten:

EDF Renewables, die über Eolien Maritime France einen Anteil von 42.5 % an dem Projekt hält, bringt seine Expertise in der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Energieprojekten ein, unter anderem im Bereich Offshore-Wind. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über ein Portfolio von 6.5 GW an Offshore-Windanlagen und Windprojekten in verschiedenen Stadien, Betrieb, Bau und Entwicklung in Belgien, Grossbritannien, Deutschland, Irland, den USA und China.

EIH S.à r.l., die über Eolien Maritime France einen Anteil von 42.5 % an dem Projekt hält, ist eine Tochtergesellschaft von Enbridge Inc., einem nordamerikanischen Energieinfrastrukturunternehmen mit Investitionen in erneuerbare Energien in Nordamerika sowie in mehrere grosse europäische Offshore-Windprojekte. Insgesamt hat Enbridge nach eigenen Angaben 5.1 GW Bruttokapazität an Projekten erneuerbarer Energien im Bau und in Betrieb, und weitere 3.3 GW Bruttokapazität für Erneuerbare-Energien-Projekte in verschiedenen Entwicklungsstadien.

Wpd besitzt 15 % des Projekts hat bereits drei Offshore-Windparks in Deutschland in Betrieb genommen und kürzlich den finalen Startschuss für den Bau eines 640-MW-Projekts in Taiwan gegeben (siehe ee-news.ch vom 30.8.2020 >>). Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben ein Portfolio von 7.4 GW an Offshore-Windenergieprojekten in Europa und Asien.

Text: ee-news.ch, Quelle: wpd AG

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