Die Gewaltfreie Aktion Kaiseraugst (GAK) hat massgeblich dazu beigetragen, dass das geplante Atomkraftwerk Kaiseraugst nicht gebaut wurde.

Anti-AKW-Bewegung: Gewaltfreie Aktion Kaiseraugst ist Geschichte

(PM) Die Gewaltfreie Aktion Kaiseraugst (GAK) spannt mit Nie wieder Atomkraftwerke (NWA) zusammen. Damit nimmt ein wichtiges Stück Schweizer Anti-AKW-Geschichte ihr Ende. Die GAK wurde im Dezember 1973 von Jungsozialisten, Umweltschützern und Friedensaktivisten gegründet, um das AKW Kaiseraugst zu verhindern.

Nach über 45 Jahren ist Schluss: Die Gewaltfreie Aktion Kaiseraugst (GAK) schliesst sich mit ihrer Schwesterorganisation NWA («Nie wieder Atomkraftwerke») zusammen. Das haben die GAK-Mitglieder Mitte August an einer ausserordentlichen Generalversammlung entschieden. Der altersbedingte Mitgliederschwund liess es nicht sinnvoll erscheinen, den Verein unter diesem Namen weiterzuführen. Der Widerstand gegen den Weiterbetrieb bestehender Atomkraftwerke und gegen immer wieder aufflackernde Ideen für neue AKWs lebt in der NWA weiter.

Um das AKW Kaiseraugst zu verhindern
Die GAK wurde im Dezember 1973 von Jungsozialisten, Umweltschützern und Friedensaktivisten gegründet, um das AKW Kaiseraugst zu verhindern. Die spektakulärste Aktion war eine elfwöchige Besetzung des Baugeländes durch zeitweise 15 000 Personen im Jahr 1975. Der besetzte Baugrund war ein kleines Schweizer Mini-Woodstock. Allerdings dauerte es von diesem Moment an noch 13 Jahre, bis der Bundesrat das AKW-Projekt fallen liess. Eine Motion aus bürgerlichen Kreisen, unter ihnen Christoph Blocher, hatte verlangt, das Projekt Kaiseraugst zu begraben. Damit sollte «eine Entkrampfung» in der Energiepolitik herbeigeführt werden. Die GAK entlarvte den Entscheid aber als Schachzug, um den Weg für spätere AKW-Neubauprojekte zu ebnen.

«Energie-Express»
Danach kämpfte die GAK über ihre Mitgliederzeitung «Energie-Express» weiter gegen die Atomkraft und wies beharrlich auf deren zahlreiche Risiken hin, von der Urangewinnung über den Betrieb bis zur Entsorgung. Auch berichtete das Blatt, das seit 1988 von der GAK-Präsidentin Heidi Portmann herausgegeben wurde, über alternative Energien und Sparmöglichkeiten.

Massgeblicher Beitrag
Mit dem Ende der GAK ist Anfang Oktober auch der letzte «Energie-Express», die Nummer 124, erschienen. Der «Energie-Express» als Organ der GAK hatte für die Spendengewinnung im Kampf gegen Atomkraftwerke und für erneuerbare Energien eine grosse Bedeutung. Damit unterstützte die GAK Kampagnen und Initiativen gegen die Atomkraft und für die Energiewende mit substanziellen Beiträgen. Das «Energie-Express»-Logo wird in Zukunft das «Wendeblatt» der NWA zieren. Die Gewaltfreie Aktion Kaiseraugst hat ihre Mission erfüllt. Vor allem hat der Verein massgeblich dazu beigetragen, dass das geplante Atomkraftwerk Kaiseraugst nicht gebaut wurde.

Text: Nie wieder Atomkraftwerke (NWA)

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