Innerhalb des Nahwärmenetzes grenzt der Pufferspeicher mit 50‘000 Liter Volumen direkt an das Lager für die Holzhackschnitzel. ©Bild: SWK Energie GmbH

Gut 500 Tonnen naturbelassene Waldholzhackschnitzel im Jahr werden am Schulhügel angeliefert. ©Bild: SWK Energie GmbH

Klimaschutz fürs Klassenzimmer: Nahwärmekonzept in Hilchenbach macht Schule

(PM) Die Gemeinde Hilchenbach in Nordrhein-Westfalen hat ihre Wärmeversorgung verbessert und spart damit jährlich 80 Prozent der bisherigen CO2-Belastung ein. Möglich macht dies eine moderne Heizzentrale mit 400-kW-Holzschnitzelkessel, 50‘000 Liter Pufferspeicher und dazugehörigem Lager, die den Schulhügel in Hilchenbach beheizt.


Diese Zentrale erzeugt behagliche Wärme für die Schüler und Schülerinnen sowie Lehrer und Lehrerinnen in der Florenberg-Grundschule und deren angrenzender Turnhalle sowie für die Carl-Kraemer-Realschule und deren Turn- und Ballsporthalle. Das durchdachte und umweltfreundliche Nahwärmekonzept findet sogar eine Lösung für die Asche-Entsorgung: diese wird als Dünger auf der Obstwiese der Florenberg-Schule verstreut. Das innovative Konzept wird deshalb im Mai zum Projekt des Monats der Energieagentur Nordrhein-Westfalen gekürt.

80 Prozent weniger CO2
Nicht erst seit den Fridays for Future setzt der Schulhügel in Hilchenbach auf das Thema Klimaschutz: Im Rahmen ihres Klimaschutzteilprojektes ‚Integrierte Wärmenutzung‘ wollte die Stadt aus dem Siegerland ihr Schulzentrum CO2-arm machen. Was bereits 2017 begann, konnte ein Jahr später fertiggestellt werden und spart nun jährlich 80 Prozent der bisherigen CO2-Belastung ein.

400-kW-Holzschnitzelkessel und Pufferspeicher mit 50000 Liter
Heizkosten sind in jeder Immobilie der grösste Kostenfaktor, vor allem wenn mehrere Gebäude versorgt werden müssen. Aufgrund einer Machbarkeitsstudie stellte die Stadt Hilchenbach fest, dass sie von einem hohen Einsparpotenzial pro Jahr ausgehen und zusätzliche Einsparungen durch wegfallende Wartungsarbeiten erwirtschaften kann. Dies war ein guter Grund für die Gemeinde, ihre Wärmeversorgung zu überdenken und klimaneutraler zu gestalten. Seither hat sich viel getan: Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern befindet sich nun die Heizzentrale, die einen 400-kW-Holzschnitzelkessel, einen zentralen Pufferspeicher mit 50‘000 Liter Volumen sowie das Lager beherbergt. Sie ersetzt die veraltete Anlagentechnik in den Gebäuden der Florenberg-Grundschule und deren angrenzenden Turnhalle sowie die der Carl-Kraemer-Realschule und deren Turn- und Ballsporthalle.

Dabei gelangt die erzeugte Wärme über das ca. 500 m lange Nahwärmenetz in die Gebäude des Schulhügels. Der Wärmetauscher, durch den das Nutzwasser fliesst, wurde direkt über dem Feuer montiert und sorgt so für eine parallele Nutzung der Wärmeerzeugung. Und damit die Emissionen niedriger als die gesetzlich vorgegebenen Standards sind, werden die Abgase aus der Feuerung über einen Elektrofilter geleitet. Zur besseren Regelbarkeit der Wärmeversorgung wurde zudem neben dem grossen zentralen Pufferspeicher in den einzelnen Gebäuden jeweils ein weiterer kleiner Pufferspeicher errichtet.

Nur ein Masse-Prozent an Holzasche
„In Summe macht das vier Speicher mit jeweils 1000 Litern“, erklärt Sebastian Horn, technischer Projektleiter der Stadtwerke Krefeld (SWK). Während der Kessel ganztägig in Betrieb ist, speichert der Pufferspeicher die Wärme, so dass die Morgenspitzen abgefangen werden können. Nach der Verbrennung bleibt maximal ein Masse-Prozent an Holzasche zur Entsorgung übrig.

Alles in einer Hand
Über einen Zeitraum von 15 Jahren wird das innovative und umweltfreundliche Nahwärmenetz durch die Stadtwerke Krefeld (SWK) als Contractor nun betreut. „Die Beschaffung sowie Anlieferung der Holzhackschnitzel koordiniert die zum SWK-Konzern gehörende Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), bis zu zweimal in der Woche wird das Lager aufgefüllt und so werden gut 500 Tonnen Holzhackschnitzel im Jahr angeliefert“, so Projektleiter Christian Hibbeln von den Stadtwerken Krefeld. Dadurch bleibt alles in einer Hand, denn Betrieb und Wartung werden durch die SWK übernommen, die als Contractor nicht nur die Investition und Planung der Anlage durchgeführt hat, sondern diese auch per Fernsteuerung koordiniert und beispielsweise mit Hilfe einer Webcam das Lager überwacht.

Text: Energieagentur NRW

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