In Wuppertal fahren nicht nur Schwebebahnen emissionsfrei, sondern jetzt auch Wasserstoffbusse. ©Bild: Stefan Tesche-HasenbachWuppertaler Stadtwerke

Müll macht mobil: Wuppertaler Busse fahren mit selbst produziertem Wasserstoff

(ee-news.ch) Seit dem 20. Juni fahren die ersten 10 Wasserstoffbusse der Wuppertaler Stadtwerke im Linienverkehr. Das Besondere daran: Die Stadtwerke betreiben nicht nur die Busse, sondern produzieren auch den Treibstoff dafür. Das erledigt die eigene Abfallwirtschaftsgesellschaft AWG am Standort des Müllheizkraftwerks Korzert in Cronenberg. Hier wurde ein Elektrolyseur inklusive Wasserstofftankstelle errichtet. Die Energie zur Aufspaltung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff kommt aus dem Strom, der bei der Müllverbrennung erzeugt wird.


Rein optisch unterscheiden sich die 12 Meter langen WSW-blauen Solobusse kaum von ihren dieselbefeuerten Kollegen. Der zentrale Unterschied kommt aus dem Auspuff, der Wasserstoffbus produziert weder Stickoxid noch CO2. Die Busse stossen stattdessen reinen Wasserdampf aus. Im Bus wird der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle in Strom umgewandelt. Der Strom treibt den Elektromotor an, der satte 285 PS auf die Strasse bringt. Wie bei allen Elektrofahrzeugen steht das volle Drehmoment sofort zur Verfügung. Das macht sich insbesondere auf den Bergstrecken bemerkbar. Ein weiterer Vorteil: Die Busse haben kein Motorengeräusch, sie sind auch bei laufendem Motor an der Haltestelle fast lautlos, auf der Strecke hört man nur die Rollgeräusche. Im kommenden Jahr wollen die Wuppertaler Stadtwerke ihre Wasserstoffbusflotte auf 20 Fahrzeuge erweitern.

Müll macht mobil
Der eigentliche Clou der Wasserstoffmobilität bei den WSW ist jedoch das sogenannte Wuppertaler Modell. Unter dem Dach der Wuppertaler Stadtwerke werden nicht nur der ÖPNV, hier die Busse, mit Wasserstoff betrieben, sondern auch der Treibstoff produziert. Das erledigt die Abfallwirtschaftsgesellschaft AWG am Standort des Müllheizkraftwerks Korzert in Cronenberg. Im Schatten des Kraftwerks wurde seit dem Winter ein Elektrolyseur inklusive Wasserstofftankstelle errichtet. Bei der Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Die Energie zur Aufspaltung des Wassers kommt aus dem Strom, der bei der Müllverbrennung erzeugt wird.

Busse vom belgischen Hersteller Van Hool
Die Wasserstoffbusse des belgischen Herstellers Van Hool bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die 12 Meter langen Fahrzeuge wiegen 14 Tonnen. Sie sind mit einer 85-Kilowatt-Brennstoffzelle und einer Lithium-Titanat-Oxyd-Batterie ausgerüstet. Die maximale Wechselleistung beträgt 210 Kilowatt. Ein Bus kostet fast dreimal so viel wie ein herkömmlicher Dieselbus.

Text: ee-news.ch, Quelle: Wuppertaler Stadtwerke

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